Lehmmuseum Gnevsdorf

Lehmmuseum Gnevsdorf

Marita Kiehnscherf

Steinstraße 64 a
19395 Ganzlin OT Gnevsdorf

Telefon (038737) 33830 Lehmmuseum
Telefon (038737) 20207 FAL e. V.
Telefax (038737) 20117 FAL e. V.

E-Mail E-Mail:
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Homepage: www.lehmmuseum.de
Homepage: www.earthbuilding.eu Europäische Bildungsstätte für Lehmbau
Homepage: www.fal-ev.de Verein zur Förderung angemessener ökologisch-ökonomischer Lebensverhältnisse westlich des Plauer See

Öffnungszeiten:
Saisonbetrieb 1. Mai bis 30. September, Do - So, 13.00 - 17.00 Uhr und auf Anfrage
Tel.: 0049(0)38 737 - 33 79 90
Schaubacken:
Juni bis August: 1. und 3. Freitag, ab Mittag

Lehm als Baustoff aus der dünnen Schicht des Lebendigen wie er seit je von Tieren und Menschen zum Bauen genutzt wurde. In der alten reetgedeckten Feldsteinscheune fanden wir ihn überall, haben das Notwendige wiederhergestellt, ohne die Spuren des hundertjährigen Gebrauchs zu glätten, und ihm mit Modellen und Exponaten Deutschlands erstes Museum gebaut, in dem ihn jeder selber in die Hand nehmen und seiner Faszination nachspüren kann.


Aktuelle Meldungen

Neuentdeckung einer historischen Lehmbautechnik

(01.05.2019)

Entdeckung einer neuen Lehmbauweise, genannt die Hundt´sche Lehmbau-Methode

 

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Bauingenieur, Lehm- und Strohballenbauer und langjähriges Mitglied des Förderkreises unseres Museums Burkard Rüger hat durch hartnäckige Recherche erstaunliche Details über ein Ausstellungsstück unseres Museums in Erfahrung gebracht.

 

"Kann man heute noch eine neue Art mit Lehm zu bauen erfinden? Offen gesagt, ich weiß es nicht – und offen gesagt, ich weiß nicht einmal, ob mich das interessiert. Aber genau dies ist passiert. Genauer gesagt, dies passierte vor zweihundert Jahren hier vor unserer Tür.

Ausgelöst von einem Wettbewerb um das „vorteilhafteste“ Haus für den einfachen Menschen ging um die Zeit der französischen Revolution eine Welle durch Europa. Eine Welle des Interesses und der Begeisterung für den Stampflehmbau. Davon angesteckt erfand der Baumeister Hundt aus Zarchlin bei Plau am See (Mecklenburg) seine eigene Bauweise, die Hundt´sche Lehmbau-Methode.

Sie wurde wiederum aufgegriffen und begeistert verbreitet von Herrn Professor Karsten aus Rostock, von Salomon Sachs und von Carl Christof von Knobelsdorff (1767-1845, königlich Preußischer Landrath und Direktor der „Neumärkischen“ Ritterschaft).

 

Was ist das Besondere an dieser Methode?

In den Ländern mit langer Stampflehm-Tradition wissen die Menschen, dass Stampflehm beim Trocknen schwinden kann, und treffen entsprechende Vorkehrungen: sie bauen Gleitfugen ein. In der Höhe alle 60 cm, in der Länge alle 1,5 m (Südportugal), alle 2,5 in der Dauphine (Südfrankreich). Diese sind aus Kalkmörtel und binden langsamer ab als der Lehm trocknet. Der Baurath Johann Heinrich Hundt dachte sich einen anderen Weg aus: er bewehrte seine Stampflehmwände mit Hölzern und nahm damit die Erfindung des Stahlbetons vorweg.

Die erste und vermutlich einzige detaillierte Beschreibung dieser Bauart erschien 1811 von Prof. Karsten (Rostock), sie wird von Rixen 1812 zitiert (s.Zeittafel). Ein zweiter umfangreicher Aufsatz findet sich 1822

 

von Knobelsdorff: Einige Bemerkungen über die Hundt´sche Baumethode

… Ich schließe diese Mitheilung mit der Erklärung, daß ich die Hundt´sche Bau-Methode für eine der wichtigsten Erfindungen erkenne, die in neuern Zeiten zur Förderung des ersten und wohltätigsten aller Gewerbe, der Landwirthschaft, gemacht worden sind.

Dresden, am 12. Januar 1822
Carl Christoph von Knobelsdorff (1767–1845)

 

Verbreitung

Über die Verbreitung der Hundt´sche Lehmbau-Methode wissen wir wenig. Rixen hat mehrere Orte in der Umgebung von Hundt erwähnt, von Knobelsdorff berichtet, dass er in dreizehn seiner Güter in der Neumark Gebäude in der Hundt´sche Baumethode hat bauen lassen. Gefunden haben wir das Haus in Langenhagen und ein kleines Wohnhaus in Beerbaum nahe Bad Freienwalde. Wir meinen, Fotos von Häusern der gleichen Bauart von Lehmbauern in Estland gesehen zu haben.

 

Wetterschutz

Ein weiteres Problem bei jeder Außenwand aus Stampflehm ist der Wetterschutz. Hier wurden Bruchstücke alter Biberschwänze in den frisch ausgeschalten Stampflehm gedrückt und anschließend mit Kalk verputzt, genaueres dazu findet sich in dem Buch von Salomon Sachs: Anleitung zur Erdbaukunst, Berlin 1825."

 

Burkard Rüger, Wangelin, 27.3.2018

 

 

Otto und die arcana Baugesellschaft --- Erste Sonderausstellung wird am 17.05.2019 eröffnet

(26.04.2019)

Reinhold “Otto” Rogge ist Maurermeister, Lehmbauer und Restaurator im Handwerk. Seit über 40 Jahren arbeitet er als Lehrling, Geselle, Vorarbeiter, Polier oder Bauleiter. Er hat sich zeitlebens weitgehend als Autodidakt weitergebildet und neu erworbene Kenntnisse in seiner Baupraxis umgesetzt.
Gemeinsam mit einem Team aus jungen Menschen, Studierenden und am ökologischen Bauen interessierten Handwerker*innen und Ingenieur*innen entwirft, plant, baut und saniert er Wohnund Geschäftshäuser aus Lehm und Stroh. Planung und Ausführung gehen bei seinen Bauten Hand in Hand. So sind beispiellose Bauten entstanden, die gesundes Wohnen und energiesparende Bautechniken vereinbaren.
Die Ausstellung zeigt Fotos der Bauten der arcana Baugesellschaft mbH seit der Gründung 2002.


Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre der Schriftenreihe Lehmmuseum Gnevsdorf, die das Werk von Reinhold “Otto” Rogge und der arcana Baugesellschaft würdigt.


Programm zur Ausstellungseröffnung
Termin: Freitag, 17. Mai


Ab 18.30 Uhr Imbiss- und Getränkeverkauf vor dem Museum mit Köstlichkeiten aus dem Lehmbackofen


19.30 Uhr Ausstellungseröffnung durch Britta Wolff,
Vorsitzende des Förderkreises Lehmmuseum Gnevsdorf e.V.


19.45 Uhr Reinhold ‘Otto’ Rogge stellt die Arbeiten der
arcana Baugesellschaft vor.


Ort: Lehmmuseum Gnevsdorf
Um Anmeldung wird gebeten / kostenfreie Teilnahme


Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 3. Oktober 2019 ohne Sonderkosten währed der Museumsöffnungszeiten,
Di. – So., 13 -17 Uhr im Lehmmuseum Gnevsdorf zu sehen.


Die Veranstaltung wird gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als Maßnahme der Umweltbildung, -erziehung und -information von Vereinen und Verbänden und durch die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung aus Mitteln der Umweltlotterie BINGO!

 

Foto zur Meldung: Otto und die arcana Baugesellschaft  ---  Erste Sonderausstellung wird am 17.05.2019 eröffnet
Foto: Otto und die arcana Baugesellschaft --- Erste Sonderausstellung wird am 17.05.2019 eröffnet

Internationaler Museumstag

(26.04.2019)

Sonderführungen 10:30 und 14:00 Uhr am Sonntag, 19. Mai 2019 im Lehmmuseum Gnevsdorf.

Kosten 6 EUR

Saisoneröffnung 1. Mai 2019

(26.04.2019)

Pünktlich am 1. Mai 2019 um 10:00 Uhr öffnet das erste Lehmmuseum Europas und einzige in Deutschland seine Pforten für die neue Saison. Schon Tradition geworden ist der Lehmaktionstag unter Leitung von Dorothee Weckmüller (10:30 bis 16:00 Uhr).

 

Egal ob "Lehmhilde" ein neues Kleid bekommt oder eigene Vorstellungen Gestalt annehmen:

Wir stellen den Lehm zur Verfügung - Macht was draus!

 

Unkostenbeitrag: 6 EUR / Person, Familien maximal 12 EUR

 

 

 

Diese Veranstaltung wird durch ehrenamtlich arbeitende Mitglieder vom Förderkreis Lehmmuseum Gnevsdorf e. V. unterstützt

Ab 2019 geänderte Öffnungszeiten

(16.04.2019)

Bitte beachten Sie unsere geänderten Öffnungszeiten!

 

Mai - September, Do - So, 13 - 17 Uhr

Schaubacken: Juni - August, 1. und 3. Freitag

 

Auf rechtzeitige Anfrage ist auch weiterhin eine Öffnung außerhalb der angegebenen Zeiten möglich:

Tel.: 038 737 - 20 207

Mail: info@fal-ev.de

 

Reguläre Öffnungszeiten sind auch für September wieder abgesichert

(17.08.2018)

Durch das große Engagement einiger Mitglieder unseres Förderkreises können die regulären Öffnungszeiten nun doch auch für September wieder abgedeckt werden! Vielen Dank dafür!

In Gedenken an Marina Stolte

(12.08.2018)

Wir gedenken unserer engagierten und dem Museum über viele Jahre verbundenen Kollegin Marina Stolte.

Sie ist am 7. August 2018 nach vielen Monaten des beherzten Kampfes ihrem Krebsleiden erlegen.

Zusammen mit ihrer Kollegin und zweiten Vorsitzenden des Förderkreises Marita Kiehnscherf hat sie in unserem Museum jahrelang die Besucher empfangen, in versierter Weise Geschichten über den Lehm erzählt, während der Backtage das Brot aus den Ofen geholt, hatte immer einen guten Fachliteraturtipp parat und kümmerte sich "nebenbei" noch um die Buchhaltung.

 

Kurzum:  wir vermissen unsere Allrounderin! Sie wird eine große Lücke reißen, aber für immer in unseren Herzen und unserer Erinnerung bleiben.

 

Britta Wolff

Förderkreis Lehmmuseum-Gnevsdorf e. V.

1. Vorsitzende

Foto zur Meldung: In Gedenken an Marina Stolte
Foto: Andrea Theiss

Kindertag im Lehmmuseum

(22.06.2018)

GNEVSDORF Seine Gestalt war aus Lehm geformt, aber viel größer als ein Mensch. Als er zum Leben erweckt wurde, war seinen Schöpfern nicht unbedingt klar, welche Folgen das nach sich ziehen sollte. Die Rede ist von einer Legende, vom Golem.

Der komplette Kindertag im Gnevsdorfer Lehmmuseum war gestern seiner Geschichte gewidmet. Unter Anleitung und Ermutigung durch die Künstlerin Andrea Silbermann (Theaterplastik, Grafik-Design) manschten die Kinder kreativ nach Herzenslust mit dem erdigen Werkstoff herum, um ihrem Golem die Gestalt ihrer Fantasie zu geben. Die dabei entstandenen Figuren durften mit nach Hause genommen werden.

Parallel dazu gab es Geschichten um den Mythos des Golem zu hören. „Golem – eine Prager Legende“ hieß das Buch von Jean Villemin, aus dem Winfried Altmann spannend vorlas. Auch Mirjam Pressler hatte sich an die seit dem 17. Jahrhundert überlieferte Geschichte gehalten, in der vom Prager jüdischen Geistlichen Löw ein Diener erschaffen wurde, der ihm am Sabbat die Alltagsarbeiten abnehmen sollte. Auch sollte sein Golem durch die Stadt streifen und Verdächtige kontrollieren, die den Juden Ritualmorde an Kindern anlasten wollten. Einmal war vergessen worden, den Golem schlafen zu schicken, worauf er durch die Stadt raste und große Zerstörungen anrichtete. Als ihn Rabbi Löw stoppen konnte, zerfiel er wieder zu Lehm. In der Zeit der Romantik nutzten Schriftsteller den üblichen Antisemitismus, um den Golem als Sinnbild für stupide Gewalt zu verunglimpfen. Er wurde Hauptdarsteller in Theaterstücken und Fantasie-Romanen, seine Geschichte wurde sogar mehrmals verfilmt.

Kinder waren herzlich dazu eingeladen, den Geschichten zu lauschen oder auch selber Bücher über den Golem in die Hand zu nehmen. Der Museumsladen hatte dazu beispielsweise den Comicroman „Lehmriese lebt!“ zur Verfügung gestellt. Darin hat Anke Ruhl eine Geschichte über zwei Kinder aufgezeichnet, die selbst einen Golem bauen, der über Nacht wundersam zum Leben erweckt wird und allerlei Unsinn anstellt.

Das Lehmmuseum Gnevsdorf widmete am Kindertag eine ganze Abteilung zum Lehm in den Sagen und Mythen der Völker. Damit wollte das Museum auch das Lesen fördern und den Kindern einen Zugang zu natürlichen Materialien ermöglichen. Für Kinder und deren Eltern war die Teilnahme am Golem-Tag kostenfrei, es wurde jedoch um eine Materialspende gebeten.

 

Autor und Fotograf: Horst Kampe, freier Journalist,

 

0179 / 694 33 45

Foto zur Meldung: Kindertag im Lehmmuseum
Foto: Ein Golem wie aus dem Bilderbuch.

Jugendliche besuchen Lehmmuseum

(09.06.2018)

Für den 13 Juli hat sich eine Gruppe Jugendlicher angemeldet, die den Lehm selbst in die Hand nehmen wollen.

Warum nicht auch mal einen Kindergeburtstag so verbringen?

Foto zur Meldung: Jugendliche besuchen Lehmmuseum
Foto: Kinder beschäftigen sich kreativ mit Lehm


Veranstaltungen

01.06.​2019
14:17 Uhr
Kindertag im Lehmmuseum
Kreatives Gestalten mit buntem Lehm [mehr]
 
07.06.​2019 bis
16.08.​2019
Schaubacken im Lehmbackofen
Backen im Lehmbackofen, Betrieb des Lehmbackofens, selbst gebacken [mehr]
 
06.07.​2019 bis
27.07.​2019
14:00 Uhr
Ferien-Lehm-Werkstatt für Kinder am 1., 3. und 4. Samstag im Juli
Ferien-Lehm-Werkstatt im Lehmmuseum Gnevsdorf am 1., 3. und 4. Samstag im Juli, 14 - 16 Uhr [mehr]
 
03.08.​2019
12:00 Uhr
Sommerfest am Lehmmuseum
Köstlichkeiten in Lehm gebacken [mehr]
 
08.09.​2019
10:17 Uhr
Tag des offenen Denkmals
Sonderführungen um 10:30 und 14:00 Uhr [mehr]
 
20.05.​2020
10:00 Uhr
Internationaler Museumstag
10:30 Uhr und 14:00 Uhr ermäßigte Führungen [mehr]
 
 

Fotoalben


 
KONTAKT
 

Lehmmuseum Gnevsdorf

Steinstraße 64 a

19395 Gnevsdorf

 

Tel.: 038737-33830 oder 038737-20207

 
ÖFFNUNGSZEITEN
 

1. Mai bis 30. Sept.

Do- So 13.00 bis 17.00 Uhr und auf Anfrage

Tel.: 038 737 - 33 79 90 oder    - 20 207